Review: Slice Mediaplayer von Five Ninjas

Letztes Jahr endete die Kickstart Kampagne vom Slice Mediaplayer von Five Ninjas und letzte Woche kam das Gerät mit etwas Verspätung endlich bei mir an.

Der Slice Mediaplayer ist ein auf dem Raspberry Pi Compute Module basierender Kodi (füher XBMC) Mediaplayer, der mit einer angepassten Version von OpenELEC läuft.

Angeliefert wurde der Mediaplayer über den Paketdienst UPS. Versendet vom HQ von Five Ninjas in England.

Trotz der guten Verpackung hat der Karton des Slice leichte Beschädigungen erlitten, der Inhalt ist aber trotzdem komplett unversehrt!

Der Karton des Slice darf sich auch blicken lassen:

Slice Karton Front

Die Rückseite mit Beschreibung des Slice und dem Inhalt:

Slice Karton Rückseite

Enthalten ist der Slice, ein 5V 3A Steckernetzteil (mit Anschlüssen verschiedener Länder), eine Fernbedienung, ein USB WLAN Stick, ein 1,5m langes HDMI Kabel und ein kurzes USB Kabel.

Ich besitze die Schwarze Version mit einer 1TB HDD.

Entnimmt man den Karton aus der Hülle und öffnet ihn bekommt man folgendes Bild:

Slice Karton Innen geschlossen

Rechts befindet sich verpackt der Slice und links unter der “Klappe” befinden sich die Kabel und Zusätze.

Slice Karton Innen offen

Und hier ist er, der Slice Media Player:

Slice Oben

Doch bevor wir ihn anschließen und einschalten wollen wir einmal schauen, wie es im inneren aussieht. Dafür brauchen wir einen 2,5mm 6 Kant Schraubendreher (M3 2,5mm Hex) um die Gehäuseschrauben zu lösen und einen normalen Kreuzschlitzschraubendreher um innen das PCB zu lösen.

Hat man das Gehäuse geöffnet findet man folgendes vor:

Slice Offen mit LEDband

Hier sieht man schon das PCB mit dem Raspberry Pi Compute Module. Um den Rand ist ein Plastikrahmen gelegt um das LED Licht nach außen zu streuen.

Entfernt man diesen kommen die LEDs zum Vorschein:

Slice Offen

Das PCB kann man nur mit Hilfe eines Kreuzschlitzschraubendrehers vom Gehäuse lösen.

Die beiden Gehäuseteile von Innen:

Slice Gehäuse innen

und von Außen:

Slice Gehäuse außen

Hier noch einmal das so eben entfernte PCB von Oben mit dem Raspberry Pi Compute Module:

Slice PCB oben mit Raspberry Pi Compute Module

Hier sehen wir auch die verbaute Batterie für die Realtime Clock, welche in einem normalem Raspberry Pi nicht verfügbar ist.

Das Raspberry Pi Compute Module sitzt in einem für Notebook RAM üblichen Slot (Standard DDR2 SODIMM Connector) und kann einfach entfernt und ausgetauscht werden.

Slice PCB Oben

Aktuell verbaut ist das Raspberry Pi Compute Module v1 mit dem BCM2835 Prozessor, der auf 900MHz getaktet ist, 512MB RAM und 4GB Flash Speicher.

Slice Raspberry Pi Compute Module

Laut Hersteller Five Ninjas ist es möglich später das Compute Module auf ein neues aufzurüsten. Die Firmware sei bereits mit dem demnächst erscheinendem Compute Module 2 kompatibel, welches auf dem Raspberry Pi 2 basieren soll und damit einen Quad Core CPU besitzt.

Auf der Unterseite des PCB sitzt die HDD. Bei einem Modell ohne HDD kann hier eine eigene 2,5″ HDD verbaut werden. Es gibt Modelle ohne HDD und mit 1TB bzw. 2TB HDD’s.

Slice PCB Unterseite mit HDD

Verbaut wurde hier von Five Ninjas eine 1TB HDD von Toshiba:

Slice HDD

Hat man die HDD entfernt findet man den “Drive Shim 2000” von Five Ninjas, welcher verhindert, dass PCB und HDD in Berührung kommen und somit auch keinen Kurzschluss auslösen können.

Ebenfalls haben hier alle Mitglieder von den Five Ninjas das Gerät signiert.

Slice PCB Unterseite

Das war auch schon alles was sich im Slice finden lässt. Das Auseinander bauen und wieder zusammen setzen gestaltet sich recht einfach und problemlos. Es wird hier empfohlen, mit einem ESD Schutz zu arbeiten!

Der Slice bietet ein paar Anschlussmöglichkeiten auf der Rückseite:

Slice Rückseite

Als Anschlussmöglichkeiten befinden sich hier ein 2,5mm Klinke Anschluss als Audioausgang, ein 100MBit/s Ethernet Port, 3x USB 2.0, ein Micro USB Port, ein HDMI Ausgang und ein Stromanschluss.

Über den Micro USB Port kann der Slice mit einem PC verbunden werden und so im Ausgeschaltetem Zustand auf die HDD im Slice zugegriffen werden.

Desweiteren besitzt der Slice einen IR Empfänger. WLAN ist genau so wie Bluetooth nicht verbaut. Für WLAN wird ein WLAN USB Stick mitgeliefert.

Zum Steuern des Gerätes liegt eine Fernbedienung bei:

Slice Fernbedienung

Diese kommuniziert mit dem mitgelieferten USB Dongle über eine 2,4GHz Verbindung. Dies ermöglicht auch eine Bedienung ohne direkte Sicht auf das Gerät.

Angeschlossen und eingeschaltet sieht das Gerät dann so aus:

Slice Eingeschaltet

Die LED Patterns sind aktuell noch nicht komplett und somit leuchten die LEDs nur bei gewissen Aktionen. An der Firmware wird aber noch aktiv gearbeitet.

Beim Einschalten meldet sich der Slice mit folgendem Bild bevor die Kodi Software startet:

Slice Boot

Auf dem Slice läuft ein angepasstes OpenELEC System, aktuell basierend auf dem Kodi Media Center in Version 14.

Das Slice besitzt ein angepasstes Design:

Slice Menü

Es stehen dabei alle mit dem Raspberry Pi kompatiblen Kodi Funktionen und Addons zur Verfügung.

In den Einstellungen sieht man dann schnell, dass es sich hier um OpenELEC handelt. Hier kann man nämlich zwischen den Standard Kodi Einstellungen und den OpenELEC Einstellungen wechseln:

Slice Einstellungen

Unter Kodi findet man die Standard Kodi Einstellungen. Leider sind hier nicht alle Einstellungen von Kodi zu finden. Fehlen tut hier z.B. auch PVR. Um Alle Einstellungen sehen zu können muss man auf das Standard Design wechseln. Im Slice Design sehen die Einstellungen wie folgt aus:

Slice Einstellungen Kodi

Unter OpenELEC findet man noch einige Systemeinstellungen, unter Anderem die Netzwerkverbindung.

Slice Einstellungen OpenELEC

Unter Dienste kann man auch gewisse Freigaben konfigurieren. Unter anderem eine Windowsfreigabe über das Samba Protokoll, wodurch die interne HDD freigegeben wird und man dann Videos, Musik und Fotos auf die HDD über das Netzwerk kopieren kann.

Slice Einstellungen OpenELEC Dienste

In den Systeminformationen sehen wir allgemeine Informationen, wie die CPU Auslastung, RAM Belegung und die Laufzeit:

Slice Systeminfo

Unter Speicherplatz sehen wir die Belegung der einzelnen Speichermedien, dazu zählen einmal die 4GB Flash Speicher des Raspberry Pi Compute Modules, die in mehreren Partitionen unterteilt sind, und die interne HDD.

Slice Systeminfo Speicherplatz

Unter Hardware finden wir noch eine Zusammenfassung des verbauten CPUs und des RAMs auf dem Compute Module:

Slice Systeminfo Hardware

Unter Grafik ist die Standardmäßig in den Raspberry Pi’s verbaute Grafikkarte zu finden:

Slice Systeminfo GPU

Neben den Systeminformationen gibt es auch noch Informationen zur Software. Hier findet man auch die aktuell Installierte Version des OpenELEC Forks von Slice:

Slice Softwareinfo

Im Power Menü des Slice kann man den Sound Abschalten, das System herunterfahren und neustarten.

Slice Power Menü

Beim Herunterfahren muss man beachten, dass der Slice, wie bei Raspberry Pi’s auch, keinen Ein/Ausschalter hat. Zum Einschalten muss man einmal den Netzstecker ziehen und wieder einstecken.

Ein Standby Modus (Soft-Aus) ist noch nicht verfügbar aber geplant. Hierbei wird man den Slice in einen Art Standby Modus versetzen können und diesen dann wieder mit der Fernbedienung aufwecken können. Dieses Feature wird in der Zukunft mit einem Softwareupdate bereitgestellt.

Auf Grund des geringen Energieverbrauchs des Slice wird dies aber nicht benötigt und man kann das Gerät ohne Probleme einfach laufen lassen.

Ich plane den Slice aktuell als Ablöse eines selbst gebauten Mediacenters mit einem Raspberry Pi Model B und Raspbmc einzusetzen. Vorteile gegenüber des Selbstgebauten Mediacenters sind die interne HDD und die Fernbedienung (Das aktuelle System muss mit einer App vom Smartphone aus gesteuert werden). Außerdem sieht der Slice um einiges besser aus.

Außerdem soll er einen alten DVD/HDD Recorder für TV Aufzeichnungen ablösen.

Für letzteres ist der Slice im Standard nicht ausgelegt, aber durch das Kodi System und dem Raspberry Pi kompatibel.

Hierzu verwende ich die Software tvheadend mit dem tvheadend Client in Kodi. Beides kann über das Addon System von Kodi installiert werden.

Der tvheadend PVR Client ist bereits vorinstalliert. tvheadend selbst findet sich in der Inoffiziellen OpenELEC Addon Repo, welche sich über die offizielle OpenELEC Addon Repo installieren lässt.

Getestet habe ich das System bereits über DVB-T mit einem Hauppauge Nova-T Stick, welchen ich aktuell an einem Homeserver verwende.

Um von Kodi aus auf Live TV zugreifen zu können und Aufnahmen programmieren zu können musste ich auf das Standard Design wechseln, da dass Slice Design weder die TV Einstellungen noch den TV Part beinhaltet.

Da es hier weder bei der Einrichtung noch beim Betrieb keine Probleme gab, habe ich mir einen Hauppauge WinTV-HVR-930C HD DVB-T-/DVB-C-/Analog-USB-Stick für Digitales Kabelfernsehen bestellt. Dieser wird Montag/Dienstag ankommen. Dann werde ich das System mal über DVB-C testen, wobei ich hier keine Probleme sehe, da der Stick mit Linux Systemen kompatibel ist und es auch schon auf einem Raspberry Pi mit tvheadend von einigen Usern eingesetzt wurde.

Generell kann ich den Slice nur empfehlen. Auf Grund des Gewählten Systems (Hardwareseitig: Raspberry Pi, Softwareseitig: Kodi) ist es vielseitig Einsetzbar und Erweiterbar. Abspielen lassen sich sämtliche üblichen Mediendateien von der lokalen HDD oder über eine Netzwerkverbindung in bis zu FullHD (1080p) Qualität, auch in 3D. Für Internetstreams stehen einige Addons zur Verfügung.

Die Performance ist auch richtig flüssig. Sobald das Raspberry Pi Compute Module 2 veröffentlicht wird, ist es auch möglich auf dieses aufzurüsten.

Wer sich auch ein Slice bestellen will kann dies auf der Webseite von Five Ninjas tun. Aktuell läuft immer noch die Auslieferungsphase für die Kickstarter Investoren, aus diesem Grund ist aktuell auch nur eine Vorbestellung möglich. Ausgeliefert werden diese sobald alle Kickstarter Investoren ihre Slice erhalten haben. Die Fernbedienung ist aktuell noch nicht zum einzel Kauf erhältlich, soll aber auch bald folgen.

Zum Bestellen geht es hier lang: Five Ninjas Shop

Den Kauf und die Investition in Five Ninjas bereue ich zumindest nicht.

11 Jul

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2 Comments

  • Florian @virtualmarc

    Hi,

    reichen dir die 100M/bit aus oder hast du schon über ein Gbit/USB2.0 Adapter nachgedacht?

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    • virtualmarc @virtualmarc

      Die Reichen im Normalfall. Streaming Videos aus dem Internet liegen generell so um 8 bis 25mbit/s.

      Videos die ich auf Netzwerkfreigaben habe gehen auf 60mbit/s hoch. (Hier verwende ich nicht SMB sondern NFS)

      Nur Übertragungen auf die interne HDD via LAN dauern etwas.
      Ob ein Gigabit USB Adapter viel bringen wird weiß ich noch nicht.
      Das aktuelle Compute Module setzt ja auf die Hardware vom Raspberry Pi Model B.
      Wenn das Compute Module 2 raus kommt und die USB Ports damit etwas schneller werden kann man u.U. drüber nachdenken.

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